Bauzentrum_2021_05

BAUZENTRUM E-BAU 5 | 2021 8 Titelbeitrag Hauseinführungen für Wärmepumpen Was beim Einbau unbedingt zu beachten ist Bei Neubauten ist der Anteil der klassischen Gas- und Ölheizungen in den vergangenen 20 Jahren stark gesunken und hat den moderneren Nachfolgern, Gas- und Ölbrenn- wertanlagen, Platz gemacht. Darüber hinaus etabliert sich aktuell die Wärmepumpe als attraktive Heizungsoption am Markt: Gründe dafür sind neben steigendem Umwelt- bewusstsein vor allem Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes. Wer mit erneuerbaren Energien heizt, wird vom Staat seit Anfang 2021 zusätzlich mit Zuschüssen belohnt („Bundesförderung für effiziente Gebäude”). Somit steigt die Anzahl der verbauten Wärmepumpen kontinuierlich. Neben der Wahl der richtigen Anlage mit der richtigen, auf die Immobilie abgestimmte Leistung ist ein weiterer Faktor bei Planung und Installation essentiell: die Wahl der rich- tigen Hauseinführung für die Wärmepumpe. Ansonsten ist die regelkonforme Abdichtung der die Kellerwand/die Bodenplatte durch- dringenden Leitungen nicht sichergestellt. Wärmepumpen sind effiziente Anlagen, die Energie aus der Umwelt gewinnen. Für Heizwärme und Warmwasserbereitung wer- den dabei keine fossilen Energieträger ver- brannt. Das Funktionsprinzip von Wärme- pumpen ist weitestgehend identisch. Die Modelle unterscheiden sich jedoch in der Art ihrer genutzten Wärmequelle und sind damit in folgende drei Hauptarten unterteilbar: Luft-Wasser-Wärmepumpen Wärmequelle: Umgebungsluft (Außen-, Raum- oder die Abluft eines Industrieprozesses) • entzieht der näheren Umgebungsluft Wärme • flüssiges Kältemittel wird erhitzt und in gasförmigen Zustand gebracht • gasförmiges, heißes Kältemittel über- trägt dann die Wärmeenergie auf ein Warmwasserheizsystem wie z.B. eine Fußbodenheizung Sole-Wasser-Wärmepumpen Wärmequelle: Erdwärme (auch Abwärme von Industrieprozessen) • nutzt die Wärmeenergie aus dem Erdreich und gibt diese z.B. an eine Fußbodenheizung ab • mit Erdkollektoren oder mit einer platz- sparenden Erdsonde (Bohrung nötig), je nachdem aus welcher Tiefe die Wärme geholt werden muss Neben der Wahl der richtigen Wärmepumpe ist die Wahl der korrekten Hauseinführung für die Wärme- pumpe essentiell. Ansonsten ist die regelkonforme Abdichtung der die Kellerwand/die Bodenplatte durchdringenden Leitungen nicht sichergestellt. Wasser-Wasser-Wärmepumpe Wärmequelle: Grundwasser (auch Kühl- wasser eines Industrieprozesses) • entzieht dem Grundwasser, Meer oder anderen Oberflächengewässern Wärme und gibt diese dann an ein Heizsystem weiter • zwei Brunnenbohrungen erforderlich (Saug- und Schluckbrunnen) • effizienteste unter den Wärmepumpen (ausschließliche Benutzung von Wasser als Trägermedium und Wärmequelle) Die Frage der Leitung Je nach Wärmepumpentyp kommen unter- schiedliche Leitungsarten zum Einsatz, die in das Gebäude eingeführt werden müssen. Aus der Wahl des Wärmepumpentyps ergibt sich also die Anforderung an die jeweilige Hauseinführung. Doch von welchen Leitungstypen ist hier die Rede? Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Split-Wärmepumpe Leitungstyp: Kältemittelleitungen Der Prozess der Wärmeerzeugung findet im Außengerät statt, in dem sich Verdampfer und Verdichter befinden. Über eine Heiß- gasleitung wird der Verdichter mit dem Ver- flüssiger verbunden, der sich im Innengerät befindet. Das Innen- und Außengerät wird über zwei Kältemittelleitungen verbunden. Gleichzeitig werden ggf. auch Kabel für die Steuerung mitverlegt. Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Monoblock-Wärmepumpe Leitungstyp: Nah- und Fernwärmerohre Hier findet der Prozess zur Wärmeübertragung auf den Heizkreis ausschließlich im Außenge- rät statt. Bei der Verbindung zwischen Außen- gerät und dem Innenmodul handelt es sich bei den Monoblock-Wärmepumpen also um Vor- und Rücklaufleitungen, die direkt mit dem

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